Ein guter Griff und doch nicht gefangen

Ein guter Griff und doch nicht gefangen oder ein neues Abenteuer von FREI

Die Falle war gut, verdammt gut sogar oder noch besser. Und ich wäre fast in sie hinein getappt, in meine eigene Falle von mir erfundene einfach rein gerannt. Tarnung ist alles, sagte ich mir, mir FREI. Mit ihr werde ich dir doch erwischen, doch oder, oder doch nicht, nicht doch, doch doch oder auch nicht doch, doch nicht, nicht. Also doch.

Aber da mein von mir verfolgter Flüchtender doch vor mir her gelaufen ist, aber wo sollte er auch rennen als vor mir, hat er die Falle zuerst erreicht. Und so konnte ich geschickt verhindern, in die Nägel zu steigen, mir den Kopf am Balken zu stoßen, die Seilschlinge um beide Beine zu bekommen und die vier Meter tiefe Grube zu befallen, also rein zu stürzen. Mann, war das Glück, dass ich hatte. Muss doch verdammt weh getan haben. Kommissar Zufall hatte Schutz gespielten Engel dar gestellt.

So stand ich nun am Rande der Grube, ein leicht dämliches, aber glückliches Grinsen im Gesicht und meinen nicht mehr Flüchtling vor mir, oder besser unter mir. Wer anderen eine Grube gräbt, darf nie vergessen, wo sie ist. Ja, ja, so sagt schon ein altes Sprichwort oder so ähnlich. Und wer im Laden voller Porzellan sitzt, der hat viel Geld, wenn er es verkaufen kann. Aber was hat das alles jetzt mit hier zu tun? Na egal.

Und schon packte mich mein Reimgeist, die Lyrik spross wie Unkraut in meine Gedanken und wie Lava schoss es dann aus meinen Kopf direkt auf die Zunge:

Wer läuft da so spät durch Nacht und Wind, die Nägel im Schuh vor Schmerz ganz blind.

Sag, was verbirgst du im Arm so fest dein Gesicht, so und mit Tränen in den Augen siehst den Balken doch nicht.

Und zieht sich der Schmerz mit feiner Klinge durch beide Beine, besser ist es mit Schlinge,

Damit erreichst du den Hof nie auch mit Müh und Not, dein Körper zerschunden liegst du vor mir jetzt im Kot.

Ich sollte Reimer werde oder Installateur, auf jeden Fall etwas wo man dichten kann. Na jetzt seid aber nicht zu heftig in der Kritik, nicht zu hart im Urteil, nur weil ich mir das eine oder andere Wort von jemanden anderen abgekupfert habe. Gleich von Gedankenraub und Gut zu sprechen, das ist jetzt doch ein wenig arg. Egal nochmal, wenigstens bleibt mir der Erfolg, die gelungene Festnahme dieses Verbrechers. Gleich in die Grube rein, ähh wo ist er nun bloß. Der Strick ist leer und die Grube auch. Spurlos verschwunden von einem Moment zur nächsten Sekunde.

Er hat die Zeit genützt, wo ich in meinem Überschwang die Worte des Triumphes in die Welt hinaus geschmettert habe, meinen Erfolg wie Zuckerwatte im Mund zergehen ließ. Wie, wo, was, wann und warum? Und jetzt schwitze ich auch noch wie ein Hund in der durch Zeitmangel vielleicht ein wenig falsch gewählten Verkleidung. Bin ich der Zeit nun voraus oder doch schon hintennach. Aber ich bekomm dich noch zu fassen und werde dich dingfest, dass verspreche ich mir. Und auch dir, wenn du willst. Das wirst du schon sehen, Wassermann.