Träume sind Schäume

Träume sind Schäume

Träume sind Schäume, aber lohnt es sich im Schaum zu tauchen

Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel. Es war klirrend heiß und auf meiner Stirn spielten die Schweißtropfen Wasserfall. Ich stand neben dieser von Gott verlassenen Poststraße und wartete auf die nächste Kutsche. Sie würde kommen und mit ihr auch er, dass wusste ich nur zu genau. Dazu musste ich kein Prophet sein.

Meine Füße taten weh in den hohen Stiefeln vom langem stehen. Ich zog meinen Stetson tiefer in die Augen. Rund um das Schweißband nahm der Hut schon Flüssigkeit auf und es bildete sich ein schmutzig braunes Etwas, dass meine alte Kopfbedeckung auch nicht besser erscheinen ließ. Mein Halstuch war ebenfalls schon nass. Um meine Schulter hatte ich meinen Staubmantel hängen und er war grau und staubig. Wieder und wieder wirbelte der heiße Wind den Sand hoch. Ich kniff meine Augen noch mehr zusammen. Mein Gesicht nahm schön langsam die Farbe meines Mantels an. Ich spürte schon die Last der zwei 45er Peacemaker, die sich in den beiden leicht geölten Lederholstern befanden und vorsorglich ebenfalls wieder einmal geputzt waren. Sie hingen tief auf beiden Seiten und sie sahen so aus, als würden sie schon einmal benutzt geworden sein.

Pünktlich wie jede Woche einmal eine Stunde zu spät kam die Kutsche an. Ich hörte die Tür schlagen und auf der anderen stieg jemand aus. Ich konnte nicht erkennen, wer es war. Aber er musste es sein. Langsam rollte die Kutsche los. Und wirklich, er war es. Groß und mächtig, stolz und prächtig stand er da. Sein schwarzer Anzug, der passende Stetson dazu, der Stern auf der Brust, die Waffe im Holster sah er mich mit kalten Augen an. Er zeigte, dass er wild entschlossen war, diesen Kampf zu schlagen.

„Heute ist es vorbei mit deiner Glückssträhne.“, hörte ich ihn sagen. „Heute wird es sich entscheiden, heute oder nie.“ Ich wusste, er hatte recht, ein gar mulmiges Gefühl stieg aus meinem Magen hoch und ein kalter Schauer rann mir heiß dem Rücken rauf und dann wieder runter und danach der Straße entlang. Der Sheriffstern an seiner Brust glitzerte in der Sonne, das Recht war auf seiner Seite. Obwohl ich in letzter Zeit so viel geübt hatte, meine Schnelligkeit verbessert hatte, ich konnte nicht gewinnen, dieses Mal nicht. Mit trauriger Gewissheit machte ich mich auf den Weg dieses Duell mit ihm zu schlagen, es endgültig mit ihm auszutragen. Aber meine beste Waffe würde nicht greifen, ich hatte mir den Magen verdorben. Heute würde er das Westernburger essen gewinnen.

Schweißnass wachte ich auf. Was man so für Träume haben kann. Wahrscheinlich lag das auch an dem Burger, den ich gestern in Zeitnot eines besseren Essens zu mir genommen habe.