Nicht jeder der Schiller heißt
Teil 40
Nicht jeder der Schiller heißt, kann auch wie dieser schreiben
Der Regen hatte aufgehört genau so schnell wie er begonnen hatte. Es war ein kurzer heftiger Guss gewesen, doch er hatte ausgereicht den ganzen Staub und Dreck von den Straßen zu spülen. Und kurze Zeit sah es so aus, als ob der kleine Bach von einem Rinnsal zu einem riesigen Fluss gewachsen, über das Bachbett hinaus steigen wollte. Fast hätten die Kanaldeckel und das Kanalsystem das ganze Wasser nicht mehr aufnehmen können. Aber irgendwie ging es sich dann doch noch aus und auch die Dämme hielten dem Druck des Wassers stand. Auch darum schon, weil man an den richtigen Stellen Sandsäcke aufgeschichtet hatte.
So gesehen hatte alles ein gutes Ende, war fast nichts passiert. Außer das die Brücke beträchtlich krachte und unsere Kleidung am Körper klebte und wir Vier patsch nass waren. Außerdem taten uns die Hände weh vom vielen Sand schaufeln und Säcke schlichten. So blieben nach diesem gewaltigen Schauer nur noch die dunklen Wolken zurück. Und als diese sich verzogen hatten, blieb nur mehr die Finsternis der Nacht.
Diese wiederum wurde von den ersten Sonnenstrahlen verdrängt. Idyllisch lag das Dorf im Tal. Nur noch wenige Nebelschwaden schwebten darüber, doch die würden auch bald wieder verschwunden sein. Von dem nächtlichen Ereignis des Wolkenbruches blieb einzig und allein die Nässe auf den Flächen und Straßen, auf den Dächern und Gassen zurück. Doch auch diese würden jetzt sehr schnell wieder auftrocknen in der Wärme der Sonne und dem leichten Wind, der von Norden her wehte.
Wir hatten Brummelhausen gerettet, von der Katastrophe bewahrt. Und einzig allein wir wussten davon in welcher großen Gefahr die Leute schwebten So gesehen war für sie in dieser Nacht nichts passiert. Wir hatten bei der Arbeit alle Sandsäcke hin und wieder weg geräumt. Hatten die vergessenen Osternester aufgesammelt, die nicht gefunden wurden. Ja, auch die vom letztem Jahr. Und nicht einmal wir hatten mitbekommen, dass in der Nacht ein neuer Gegner geboren wurde. Nämlich „Der Wassermann".
Auch wir wussten noch nicht davon. So hing ich unbeschwert meine getigerte Unterwäsche auf die Leine im Hof und da ich gerade da stand, wie Gott mich schuf, gab mir meine Freundin zu verstehen, dass ich doch gleich einmal Held in meinem Bett sein könnte. Mutig stürzte ich mich in diesem Fall und sah der Gefahr mutig ins Auge. Held sein ist oft so schwer, dass ich das hier auf keinen Fall einem Anderen zumuten möchte. Da nehme ich die Gefahr voll und ganz auf mich.
Schillerfesttag ausgefallen
Wie wir in unserer gestrigen Ausgabe berichtet haben, dass an diesem Wochenende die Schiller – Festtage stattfinden sollen, konnten wir noch nicht wissen, was diese Nacht noch passieren würde. An diesem Morgen mussten wir feststellen, dass die einzige Brücke, die in unseren schönen Ort führt aus unbekannten Gründen zusammen gebrochen ist. Leider entfällt dadurch auch der Festakt, da Schiller jetzt nicht über die Brücke gehen kann.
Euer bester Reporter HP.Hurtig vom Megaimperium „Der Clospüler“
