Der Bär ist los

Teil 35

Der Bär ist los

Sofort ohne zu zögern, also gleich nach der Pause und wirklich nur ein paar Sekunden nach der Sonntagsruhe, nach der Nachtruhe und dem Mittagessen machte ich mich am Mittwoch auf den Weg. Und was ihr gesehen habt von mir, als ich bei euch vorbei bin, dass war kein gähnen nein es war ein fauchen. Mir selber Mut zu machen und die Müdigkeit abzuschütteln, den diese Spur da im Gras versprach nichts Gutes, nein auch nichts Schlechtes, den Spuren können ja nichts versprechen.
Und ich binde euch sicherlich keinen Bären auf, jedenfalls keinen kleinen. Aber sie sahen total so aus diese Spuren, als würde, wenn ich ihnen folge mir ein blaues Wunder beschert. Und dabei war es doch kein blaues Wunder sondern ein weißes. Und ich hätte dieses Untier, diese Bestie, dieses Monstrum, eines Zombie gleich erst gar nicht erkannt, wenn der Fasching nicht schon vorbei gewesen wäre. So verkleidet, ein so ungemein toll gemachtes Kostüm und dabei war alles echt. Es bestand komplett aus Haut und Knochen und diesem Fell.
Ich war wieder mal einer Lösung auf der Spur, jetzt musste ich erst mal das Rätsel finden. So wie bei meinem letztem Fall, wo es hieß: „Was ist grün, weiß und rot und macht Quack?“ „Ein Frosch im Trainingsanzug.“ Da muss man doch erst mal dahinter kommen. Aber Frei hat den Fall gelöst, als er dem Frosch auf die Spur kam und ihn solange verfolgte, bis er ihm im Weiher ertrinken sah. Ich kann mich nicht täuschen, weil man mich nicht täuschen kann, kann man mich nicht täuschen. Nein, auf gar keinen Fall falle ich irgendwelchen Tricks zum Opfer. Stehend gleich sitzend bewegte ich mich fort ohne auch nur von der Stelle zu kommen. Und das immer wieder, dass hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert.
Also um nicht abzugleiten, nicht abzurutschen, nicht den Faden zu verlieren wickelte ich das Garn Meter um Meter wieder auf und stellte ihn in die nächste Ecke. Ich konnte mich nicht irren und durfte nicht irre werden, denn wenn ich mich irre irre, irre ich mich vielleicht. Dieses Tier war echt, es gab es. Es stand vor mir und als ich mich umdrehte hinter mir. Keine Fanta Morgana und kein Kamel und keine Mutter Terez konnten mich jetzt mehr in die Wüste führen. Es war leibhaftig wahr und es war da. So sicher und so war, wie ich FREI heiße.
Ich tat vorerst einmal so, als hätte mich das Tier nicht gesehen, so als sei ich überhaupt nicht da. Und dann versuchte ich mich zu verstellen, als würde mich die Sache nicht interessieren und überhaupt nichts angehen. Und FREI nahm seine ganze Kraft zusammen, kniff die A…falten zusammen und hätte es fast schon geschafft, meine Angstlähmung zu überwinden, da tippte mir dieses freche Ding doch gerade auf die Schulter und mein Herz rutschte einfach so weg. Tief in die Tasche, gleich neben den was Männer so tragen. Ich habe mindestens zehn Minuten gebraucht, um es wieder zu finden. „Wie kannst du mich so erschrecken?“ sagte der Bär zu mir. Aber das werden wir erst in der nächsten Folge klären können. Bis dahin hoffe ich natürlich, dass ich mich so einigermaßen wieder erholt habe. Damit ich wieder frei Frei sein kann, den in dieser Serie bin ich der Held.