Das Grauen trägt einen Namen

Teil 34

Das Grauen trägt einen Namen

Obwohl mich alle immer wieder ausgelacht, ja verspottet hatten und nicht auf meine Warnungen eingegangen sind, nicht auf mich gehört haben, hatte ich doch recht. Das Grauen hat einen Namen, nämlich G R A U E N. Wer hat nicht alle Angst vorm grauen Mann oder vorm grauen Star. Und diese Nacht hat es zugeschlagen. Im Dunstkreis der Aschenkreise auf der unendlichen Suche nach dem Rätsel, ob es Schrecken verbreiten oder Segen bringen würde, bin ich wahrscheinlich immer wieder an ihm vorbeigelaufen. Habe ihn übersehen, nicht gedacht dass so was möglich wäre. Mir kein Bild von alledem machen können oder einfach vergessen meine Augen zu öffnen. Egal was es auch immer war, ich habe ihn nicht bemerkt.
Aber jetzt ist es Tatsache und ich habe Beweise. Eindeutig handelt es sich hier nicht um einen Handabdruck aus dieser Welt. Diese riesige Pranke einem Eimerdeckel gleich fand ich heute Morgen auf diesem Wagendach. Es hatte wahrscheinlich nicht daran gedacht, dass es diese Nacht noch einmal geschneit hatte oder es war auch darum ganz unvorsichtig, weil es keine Gefahr mehr vor irgendjemanden zu befürchten hat. Nichts kann ihn mehr erschüttern und es weiß, dass wir ihm nichts zu Leide tun können. Wahrscheinlich schaute es mir gerade schon über meine rechte Schulter.
Hoffentlich, denn auf dieser Seite befindet sich nämlich mein Schokoladenantlitz, zeigt seine Zähne und aus seinem Mund tropften literweise Speichel. Es ist riesengroß und hat ein total furchteinflößendes Gesicht so in der Art wie der Osterhase. Jetzt nur nicht lachen. Oder haben sie noch nie ein Osternest gesucht, ein übervolles mit den köstlichsten Dingen drinnen, die man sich nur aus 1000 und keine Nacht vorstellen kann. Erwartungshaltung riesengroß und sie finden das Nest und es ist leer, weil es schon ein anderer gefunden hat. Grauenvoll oder nicht. Und dieser furchtbare Hase grinst sie von hinter einer Ecke auch schon von so was an.
Oder es hat sich auch als James Dean getarnt und umgarnt nun hübsche Mädchen. So oder so ähnlich muss es gewesen sein. Es wartet und lauert schon hinter der nächsten Mauer, jederzeit bereit wieder zuzuschlagen, sich sein nächstes Opfer zu holen. Um es dann ganz furchtbar und qualvollen Qualen auszusetzen. Wie zum Beispiel ihm stundenlang eine Oper von Wagner vorzusingen oder dich und jetzt kommt etwas, wenn sie ängstlich sind, wenn sie ihr Leben nicht riskieren wollen, dann sollten sie diese Zeilen überspringen. Ich kann nicht mehr. Meine Hände zittern und ich bin kaum noch fähig diese Zeilen zu schreiben. Die Nerven vibrieren, mein Körper zeigt mir seine Grenzen an, ich bin die Macht der Oma nah. Zu furchtbar sind schon die Gedanken daran. Seid ihr bereit weg zu sehen und nicht hin zu hören, wenn das Opfer sich in seinen letzten Zuckungen befindet und das Untier immer noch mit einer Feder über deren nackten Fußsohlen streichelt.
Für heute aber genug geschrieben und auch genug gequält. Ich war schon auf dem Sprung mich hinter die Fußsohlen dieses grauenhaften Es zu klemmen und hatte schon die Nase auf der Spur, da fiel mein Blick auf den Kalender und ich sah dass Sonntag ist. Also Sonntag möchte ich gerade zu dieser Zeit nicht arbeiten. Den Sonntag ist der Tag meiner Freundin Kassandra und in Zeiten der Wirtschaftkrise gerade auf Sonntagsüberstunden zu bestehen, nein dazu bin ich zu sehr FREI, die soll lieber mein altes Ego HP. Hurtig vom Clospüler machen. Der verdient viel besser daran.