Guten Morgen all ihr Sorgen

Teil 33

Guten Morgen all ihr Sorgen

Ja, sie waren wieder da. Kaum war ich endlich im Bett, da sind sie mir schon wieder ganz nahe gerückt. Waren ganz nett zu mir, haben mit mir gesprochen und mich um den verdienten Schlaf gebracht. Aber dazu mehr ein wenig später.
Es war kurz nach halb und es war schon finster. Das Wetter war zum daheim bleiben und Kassandra verbreitete ihren angenehmsten, herrlichsten Duft im ganzem Zimmer, denn man sich nur vorstellen kann. Sie verwirrte meine Sinne, ließ meine Gedanken in ganz andere Richtungen schweifen, ließ mich nur mehr an Kurven und Rundungen denken. Aber es half nichts. Ich musste weg, ich hatte mich mit meinem besten Freund verabredet. Vielleicht kamen wir ja gemeinsam auf eine Lösung, die mich weiter bringen würde, näher dem Rätsel, ja ich weiß das nervt, es sind noch immer die Aschenkreise.
Durch die Gespräche mit ihm hoffte ich auf Dinge zu kommen, die ich bis jetzt nicht bedacht habe, die im verborgenen liegen, die aber durch gewisse Anregungen an die Oberfläche gespült werden und ohne die man niemals dahinter gekommen wäre. Denn heißt es nicht in einem Sprichwort: Wenn zwei nichts wissen ist das nichts, aber wenn zwei ein wenig wissen, ist dass schon viel mehr. Daran wollte ich mich halten. Aber vielleicht hätte ich doch noch zu Hause bleiben sollen und das Angebot von Kassandra annehmen sollen und uns einen schönen Abend zu machen.
Aber nein, ich bin meinen Lesern verpflichtet, dachte ich und die Gefahr lauert überall. Und wer weiß schon, wie viele Gefahren von den Kreisen ausgehen. Da geht man so nebenbei ganz unbedeutend dahin und schwupps, ohne auch nur einen Gedanken daran verschwendet zu haben, ist sie schon da, die Gefahr. Ich habe es auch gleich bemerkt, als ich bei der Tür raus wollte. Seid wann die bloß nach außen aufgeht, möchte ich wissen. Und meine Nase auch. Und dann all die Bäume und die Sträucher, die mir ins Gesicht sprangen. Ich hatte in meiner ersten Vorbereitung die Taschenlampe mit genommen, aber leider vergessen die wieder aufladbaren Batterien rein zu stecken. Also verbreitete meine Lampe ziemlich wenig Licht, um nicht zu sagen rein gar nichts.
Aber in der Zwischenzeit hatten sich meine Augen schon an die Finsternis gewöhnt und hätte ich nicht dauernd Kassandras Körper vor meinen Augen gehabt, ich wäre sicher ein wenig weniger oft gestolpert. Mit all dieser Mühe und Anstrengung belastet traf ich endlich an dem Ort ein, den wir verabredet hatten. Indy, auch Peitschenlos genannt, war schon da. Und gleich die ersten Worte von ihm brachten mich auf eine grandiose Idee. „Hallo FREI, du ich habe heute nicht mehr Zeit, könnten wir uns morgen treffen.“ Worauf ich mit „Super.“ antwortete und mich sofort wieder auf den Weg nach Hause machte. Dort angekommen merkte ich, dass die Tür immer noch nach außen aufgeht.

Aber darüber wollte ich mir jetzt auf keinen Fall mehr weiter den Kopf zerbrechen. Ich verschloss sie und machte mich sofort auf den Weg ins Schlafzimmer, verlor unterwegs all die unnötigen Sachen, die man nicht im Bett braucht und schlüpfte unter die Decke. Ich sog diesen unverkennbaren, nicht zu verwechselnden Duft meiner hübschen Freundin in mich auf. Sie war noch wach, hatte auf mich gewartet und nahm mich sofort in ihre Arme.
Und die weiteren Szenen unterliegen der strengsten Zensur, die mir wieder mindestens eine Seite aus meinem Manuskript strichen, mir die Worte entrissen und euch diese unvergesslichen fünf Minuten nicht nachvollziehbar erscheinen lassen. Danach lag ich auf dem Rücken und da ich keine Zigarette rauche, rauchte ich auch nicht. Noch ein Kuss, zärtlich aneinander schmiegen und nicht einschlafen können. Denn da waren sie schon wieder all meine Sorgen, die ich nicht aus meinem Kopf brachte, trotz schlechtem Wetter, trotz durchwachter Nacht und Wirtschaftskrise, ich kam und kam einfach nicht darauf, für was ich mich jetzt in dieser ganz kurzer Zeit entscheiden sollte. Mir standen die Schweißperlen auf der Stirn, mein Gehirn machte die gewaltigsten Sprünge seid der Geburt. Aber es wollte mir nicht gelingen mich zu einer Entscheidung durch zu ringen.

WAS ESSE ICH ZUM FRÜHSTÜCK?