Ab hier mit Ernst

Teil 32

Ab hier mit Ernst

Was denkt ihr nur von mir. Dass das ganze Leben nur aus Spaß besteht. Hört sofort auf zu Lachen, denn ab hier erzähle ich nur mehr ganz ernstgemeinte, wahrheitsbezogene und dramatische Geschichten. Da darf keinem von Euch auch nur ein Lächeln auskommen. Da hätte ich doch nie die sechs Semester Jux studieren müssen, um mich hier für euch zum Trottel zu machen. Stempelt mich nicht ab, denn jetzt kommt Ernst ins Spiel. Ahh, du heißt nicht Ernst, du bist der Sepp, auch recht. Aber da hat es doch dieses Lied gegeben. Wie geht das noch – Sepp, Sepp, Sepp, die Zukunft ist der Alpenrap – nein, du willst also auch nicht in diese Ecke gedrängt werden. Verstehe ich, denn dann ist man meist fürs ganze Leben dort drinnen, immer wieder Lachen sie über dich und reißen Witze, man wird überhaupt nicht mehr ernst genommen. Dann geht es dir wie mir.
Alle, die dass hier lesen, erwarten nur mehr einen Gag nach den anderen von mir. Die reinsten Komödien erwarten sie von einem. In jedes Fettnäpfchen wollen sie mich stoßen und falle ich an dem einem vorbei, warten um die nächste Ecke gleich doppelt so viele auf mich. Das ist doch der reinste Spießrutenlauf, da soll einer noch den Mephisto spielen können ohne zu grinsen oder den Rattenhammel von Fängern oder Romeo und Julia, wobei ich die Rolle der Julia schon beherrschen würde, aber der Produzent meint, er hat mit meinem Bartwuchs Schwierigkeiten. Ist ja die reinste Diskrimination. Warum bloß, frage ich mich hat er was gegen meinen Bart, wo doch ich mich rasieren muss und nicht er. Ich bin Frei und will, dass ihr all die Folgen vorher vergesst. Aus, Schluss, Basta und weggesperrt.
Ist ja auch schon sehr komisch, wenn man die Bedrohung rund um die Aschenkreise nicht für voll nimmt. Vielleicht sind sie schon unter uns. Man denke nur an Raumschiff Entenkreis, Alicien, UFO und ITI. Der will heute noch nach Hause. Sie können überall sein, hier neben uns. Dreh dich mal um und du kannst sie nicht sehen, weil sie nämlich vor dir stehen. Und seht doch dort hinten die Gartenzwerge, vielleicht sind sie die verkleideten Außerirdischen. Alle denken, wie niedlich und nett und patsch, schon stoßen sie dich ins Wasser. Alle wollen sie in ihren Garten stellen.
Ganz toll, wie friedlich das doch wirkt, wie nett und lieb sie anzusehen sind und dabei ist die Pfeife eine Laserwaffe. Nun mal ganz im Sepp, du denkst, du befindest dich noch auf der Erde, dabei bist du längst schon Richtung Milchstraße entführt. Unterwegs im unendlich weiten Weltraum, nur weißt du das erst, wenn du bis zur Nase in der Sauermilch steckst und dir das Joghurt aus den Ohren rinnt.
Also, du da hinten, verlasse sofort den Raum. Ich habe gesehen, wie du gegrinst hast und ich glaube, du nimmst mich nicht für voll. Mit den Zähnen knirscht, starrer Blick, wachsam um dich geschaut und wenn du sicher bist, dass uns keiner zusieht, dann, ja dann bin ich es, der die Ente endlich ins Wasser stoßen darf.