Die Suppe, die man sich einbrockt
Teil 26
Die Suppe die man sich einbrockt, wird manchmal schwer verdaut
Ihr habt leicht lachen, einen Mund voller Zähne und die Schüssel voller Speisen. Doch ihr könnt euch sicher nicht vorstellen, wie das Leben so ist als Erpel. Fräulein Cassandra, meine Sekretärin im wirklichen Leben, hat versucht sich gestern Nacht an mich heran zu machen. Dabei stehe ich auf Frauen und nicht auf Enten. Na, vielleicht noch auf die in der Pfanne mit Braterdäpfel und frischem Salat. Und weil sie sich dann ganz laut auch noch darüber beschwert hat, das endlich was passiert, wollten plötzlich auch die anderen Enten was von mir.
Und durch den Lärm ist dann der Bauer munter geworden, auf dessen Hof wir es uns für die Nacht in seinem Heustadel gemütlich gemacht haben. Der war aber fuchsteufelswild kann ich euch sagen. Hat vielleicht geglaubt, wir wollten ihm das Futter stehlen und uns dann auf und davon machen. Ich wollte noch mit ihm sprechen, aber nachdem mich die Heugabel nur um Haaresbreite verfehlte und der Korb, den er über mich stülpen wollte, glücklicherweise an einem Nagel hängen blieb, war es vorbei mit lustig. Da hört sich bei mir der Spaß auf, das ist doch reinste Tierquälerei. Nicht mit mir, da nehme ich lieber Reis aus, gebe Fersengeld, las mich nicht mehr blicken, bin Staubwolke sieben oder watschele nur mal schnell und verdünneresiere mich.
Nur der Bauer hatte was dagegen. Und so musste ich unter der Leiter durch, auf den Heuwagen rauf, Sprung und dann geflogen. Einen ganzen halben Meter, verdammtes Gewicht. Aber ich hatte keine Zeit mich zu beschweren oder darüber nach zu denken. Denn ich war mal wieder auf der Flucht und der Bauer in meinem Windschatten. Schattenlaufen ist nicht erlaubt, aber das werden wir gleich haben. Schnell unter dem Zaun durch und da hat er mich erwischt, dieser Unmensch. Er hat mich am Kragen gepackt und wollte mir den Hals umdrehen.
Aber er hatte nicht mit Fräulein Cassandra gerechnet, die ihm ganz fest in seinen Hin... ähhh, Ars..... ähh Rücken biss, ich weiß nicht, wie sie es geschafft hat, aber ich war wieder frei. Und so gelang mir mitten durch den Saustall, mit Umweg durch den Hühnerstall raus durchs Loch dann doch noch die Flucht. So im Wald angekommen, stand dann auch Cassandra neben mir. Sie hatte es ebenfalls geschafft, indem sie ruhigen Blutes zum Tor raus war. Aber was verstehen Frauen schon von Flucht? Ist überhaupt keine Spannung dabei. Aber lassen wir das, bevor wir noch zum Streiten beginnen. Wir müssen unbedingt was unternehmen, auf Dauer möchte ich nicht als Ente enden. Wir werden uns in Ihr Haus schleichen und die Formel suchen, die uns wieder zu Menschen macht. Kommen sie schon, was meinen sie, ich gehe in die falsche Richtung. Wollte sie nur testen, also gehen sie schon voran, ich werde sie von hinten decken, sichern meinte ich. Denken sie nicht immer so falsch von mir.
War das eine Plage, um in ihren Keller zu kommen, habe Blasen an meinen Watschelfüßen und Glassplitter im Flügel. Sie hätten ruhig früher sagen können, dass die Tür offen ist, bevor ich das Glas eingeschlagen habe. Davor heißt davor und nicht danach. Was ist, sie haben ein Buch gefunden, das ihrer Großmutter gehört hat und auch die Seite, auf der steht, wie wir uns wieder zurück verwandeln können. Den gleichen Trank noch mal trinken, aber mit einer Feder umgerührt. Mit einer Feder aus dem Vogel aus Stein.
Wir werden unbekleidet sein, wenn es passiert, wissen sie das. Wenn wir das Alles je schaffen, haben sie jeden Wunsch frei, den sie sich nur vorstellen können. Also gut, ich verspreche ihnen, dass ich ihnen jeden Tag 30 Minuten ihren Rücken massiere werde. Aber das wird ja sowieso nicht passieren, niemals eintreten, denn die neue Aufgabe ist fast unlösbar. Das kann ja heiter werden, bis wir die Feder wieder finden werden. Da können Jahre vergehen oder ein paar Minuten, den der Vogel steht in ihrem Wohnzimmer auf dem Fenster. Ach, ja. Das hätte ich mir jetzt nicht gedacht.
