Wie tief bin ich gesunken

Teil 24

Wie tief bin ich gesunken und wie soll ich mich bloß wieder hier heraus ziehen

Toll. Was ist bloß los mit mir? Was bin ich für ein Held, wenn ich nicht einmal mehr die einfachsten Abenteuer bestehen kann, wenn schon alte Omas mich schlagen, wenn Kühe mich verfolgen und ich einen Stier in eine Lebenskrise stürze, ich meinen wichtigsten Informanten verspeise und seid dem ich Frosch war, ich jeder Fliege genüsslich hinterher sehe.
Ein Held mit Bauch und Bart, jemand den sie nicht ernst nehmen, bin ich geworden. Am Besten am Schopf packen und aus dem Sumpf ziehen, aber ich habe doch Kurzhaarfrisur. So stehe ich da, verfolgt von einer aufgebrachten Menschenschar, von wilden Hunden und der Angst zu versagen. Aber ich komme wieder, werde zuerst meinen Manager und meinen Typberater kündigen, denn die Wahl meiner Verkleidung fiel ja nicht immer zu meinem Besten aus. Danach werde ich meiner Sekretärin einen riesigen Strauß Blumen zusenden, für den Schrecken, den ich ihr bereitet habe. Und dann ab zu meinen Psychiater, der zwar auch behauptet, seid dem er mich behandelt braucht er selber zwei, aber man weiß doch ganz genau, dass diese Typen maßlos übertreiben.
Und dann gestärkt wieder weiter mit neuem Elan an die Aufgabe zur Lösung dieses Rätsels rund um die Aschenkreise. Diese Aufgabe zieht sich doch schön langsam in die Länge wie ein Strudelteig und das kann ich nicht auf mich sitzen lassen. Wie man mir erst vorhin zugeflüstert hat, befindet sich ein Mann in unserem Dorf, der neue Informationen besitzt.
Aber erst einmal muss ich die Nacht abwarten, bis sich alles ein wenig beruhigt hat und ich ungefährdet und unerkannt meine Verkleidung wechseln kann. Ich will doch nicht meine großen Vorbilder, wie den mit dem alten Staumantel, den mit dem blauen Kostüm und der mit dem schwarzem Anzug in Verruf bringen. Darum gehe ich auf jedenfalls sofort oder spätestens nach dem mir die Haare gewachsen sind, der Spur des Falles hinterher, wird diese Aufgabe erledigt, zu Ende gebracht, beendet, gelöst, aus, fertig Schluss.


Ein gar friedliches Dorf

Nachdem in unserem Dorf wieder Ruhe und Frieden eingekehrt ist und sich der Schrecken rund um all dieser Ereignisse wieder gelegt hat, die Reportermeute abgezogen und die Schaulustigen wieder nach Hause gefahren sind, die Kamerateams ihr Interesse verloren haben, auf weitere Ereignisse zu warten, die Weltpresse nicht mehr berichtet und auch beim Fischwirten wieder ganz normale ländliche Kost auf den Tisch kommt, kann ich ihnen nun berichten. Es ist überhaupt gar nichts passiert.

HP.Hurtig (Ihr weltberühmter Sensationsreporter beim Blatt „Der Clospüler“)


Fräulein Cassandra, würden sie so liebenswert sein und mir einen Tisch für drei Personen und 3 x dass 5gängige Menü beim Fischwirten bestellen. Für 12.00 Uhr und ich komme allein.