Ein Held in der Krise

Teil 21

Ein Held in der Krise und wieder auf der Flucht

Obwohl mir die Aufgabe schon so viel Kraft abverlangt und gekostet hatte, das Rätsel rund um „Die Aschenkreise" zu lösen, mache ich ohne Rast und Ruh, unaufhörlich und unermüdlich weiter. Die Abenteuer und die dafür von mir in Anspruch genommenen Nächte nahmen in letzter Zeit ein wenig überhand.
Nichts desto trotz war ich zuversichtlich in kürzester Zeit, also in Kürze, was sich auch auf die nächsten Monate erstrecken konnte, diesen meinen Fall aufzuklären. Und es war so auch nicht verwunderlich, dass ich von einer Minute auf die Nächste vom Tiefschlaf in totalem Dauerschlaf und danach in eine entsprechende Ruhephase glitt. Trotzdem wachte ich pünktlich kurz vor Dienstschluss auf, rieb mir alle Abdrücke der Schreibgeräte, auf denen ich mit meinen Kopf gelegen war, ein wenig aus der Haut, wusch mein Gesicht und begab mich auf den Weg nach Hause. Ob meine Sekretärin wohl von meiner kurzen Abwesenheit etwas gemerkt hatte, konnte ich nicht so genau sagen. Auf jedenfalls hatte sie ein Grinsen auf den Lippen und verabschiedete mit einem ganz herzlichen „Guten Morgen“.
Komisch, die Leute von heute. Ich machte mich sofort auf den Weg nach Hause und mit einem kurzen Umweg und einem kleinen 6gängigen Menü wollte ich die restliche Zeit bis zum Morgen mit einem angenehmen Schönheitsschlaf verbringen. Aus dem wurde im Moment einmal nichts, denn als ich mein Haus betreten wollte, hing auf meinem Türgriff ein Zettel. Komm in die Waldgasse 10, ich habe etwas Wichtiges mit dir zu bereden. Ein wenig zittrig, keine Unterschrift und der Zettel war dazu auch noch sehr nass, aber all das konnte doch einen Held wie FREI nicht erschüttern.
Da ich endlich der Auflösung des Rätsels näher kommen wollte, machte ich mich sofort auf den Weg. Der Name machte dem Weg alle Ehre, denn außer einer kleinen Gasse, befanden sich auf ihn nur Bäume und Sträucher und eine Kuh, die hinter einem Baum hervorschaute. Eigentlich dachte ich mir, ich wäre versetzt worden, da sich sonst keiner hier befand, als mich die Kuh von der Seite her ansprach. Sprechende Kühe, haha, wer schon daran glaubt. Und doch bewegte sie ihr Maul und sprach: „Ich kenne dich nur zu genau. Du bist der, der unseren „Hengst“, den armen Stier sein Horn verbogen hat. Seit dieser Zeit nennen wir ihn „Lamm“, denn er ist lahm und es spielt sich nichts mehr mit ihm auf der Weide ab. Und so haben wir beschlossen dich hierher zu holen, damit du für ihn einen Ersatzmann, ähh Ersatzstier auftreibst.“
Nach sehr kurzer Nachdenkpause erwiderte ich: „Also Mädel, ich hab nun wirklich andere Probleme, als für solche Sachen zu sorgen. Da müsst ihr euch schon wo anders umsehen. Tut mir ja leid, dass mit eurem Stier, aber warum siehst du mich so böse an und was soll dieses Muuuhhhh. Und wo kommen so plötzlich all die Kühe her. Lasst mich bloß in Ruhe, he nicht stoßen und schon gar nicht von hinten. Ich glaube, ich werde jetzt gehen. Warum läuft ihr mir nach. So, nun nichts wie weg, bevor sie noch mal über mich hinweg rennen. Nichts wie weg.


Mann auf der Flucht wegen Angriff der Killerkühe

Wie wir jetzt in Erfahrung gebracht haben, hat sich gestern in den späten Abendstunden ein ganz grauenhaftes Schauspiel zugetragen. Wie ein Augenzeuge berichtete, hat sich eine sehr große Kuhherde mehrere Male über einen einzelnen Mann hergemacht. Nachdem er von dieser schon einmal überrannt wurde, konnte er sich mit einem Sprung auf den nächsten Baum in Sicherheit bringen und von dort weiter flüchten. Des Weiteren bekamen wir Meldungen, dass dieser Mann auch in der Nähe von Berlin und einige Zeit später kurz vor Warschau gesichtet worden sei. Und immer wieder tauchten kurz danach diese sogenannten „Killerkühe“ auf. Wie der „Mann auf der Flucht“ einem Passanten anvertraute, soll er sich auf den Weg nach Sibirien befinden.

HP.Hurtig (Weltberühmter Sensationsreporter beim Zeitungsblatt „Der Clospüler“)