Dem Geheimnis auf der Spur

Teil 20

Dem Geheimnis auf der Spur und einen Wunsch erfüllt

Die Aktion war so geheim, dass ich beinahe selbst nichts davon gemerkt, es gewusst und dann vergessen hätte. So wachte ich aber noch gerade mal pünktlich auf und begab mich zu der verabredeten Telefonzelle. Als wenn es keine Handys gäbe in der heutigen Zeit.
Pünktlich um 24.00 Uhr, also gegen Mitternacht, kam der von mir heißersehnte Anruf. Das Läuten schrillte und ich hob sofort ab. Die Stimme am anderen Ende klang heißer, leise und sie krächzte ins Telefon: „Begib dich sofort zum See im Wald und finde den weisen Fisch. Gib ihn in einen Behälter voll mit Wasser und bringe ihn zum Haus Nr. 69. Dort wird dir dann ein Wunsch erfüllt.“ Dann war da auch schon das Zeichen, dass er das Gespräch beendet hatte, ohne mir die Chance zu geben, den Wortlaut mitzuschreiben.
Immer mit solchen unmöglichen Situationen auf du und du und ich, hatte ich meine große Stablampe mitgebracht und machte mich sofort auf den Weg. Auch wenn mich Hunger schon plagte und der Durst mich fast um den Verstand brachte, zuerst musste diese Aufgabe erfüllt werden.
Ich kam zu einer Wiese, die schon lange nicht gemäht worden war, das Gras ging mir bis zur Brust und da meine Lampe nicht brannte, da ich die Batterien verpackt zuhause liegen hab lassen, kämpfte ich mir so den Weg durch das sich biegende Etwas. Ziemlich endlos war mein Weg, aber ich kam dann doch zu dem Waldstück, was ich daran bemerkte, das ein Baum meinen Schritt bremste. Sofort, nachdem die Sterne nicht mehr so zahlreich waren, begann ich mit einer mitgebrachten Hacke, mir einen Weg durch das Dickicht zu bahnen.
Kurz danach, ungefähr drei Stunden später, hatte ich den See erreicht, was ich daran merkte, dass das Wasser mir über den Kopf zusammen schlug. Der See war an dieser Stelle unermesslich tief, mindestens 160 cm. Glück im Unglück daran war, das der Deckel meines Behälters aufsprang und der Fisch sich darin verschwamm, was ich aber erst bemerkte, als ich mich ans Ufer gerettet hatte. Nach solch geglückter Mission machte ich mich auf den Rückweg, der außer ein paar Beulen, einigen hundert Brennnesseln und Disteln, einem blaugeschlagenem Körper und einer blutigen Nase keine nennenswerten Vorkommnisse mehr brachte. Ich begab mich zum Haus Nr.96, ein wunderschönes Wirtshaus, gab den Fisch dort ab und begab mich wie versprochen um 11.30 Uhr wieder zur befindlichen Telefonzelle.
Kaum dort angelangt, läutete es auch schon und die Stimme sprach: „Setze den Fisch im Haus Nr. 69 in das Fischbecken und er wird dir aus lauter Dankbarkeit, jede noch so unmögliche und unvorstellbare Frage beantworten.“ Ich ließ ihn nicht aussprechen, der Telefonhörer fiel zu Boden und ich rannte zurück. Von weiten schon sah mich der Kellner und kaum bei ihm angekommen, hob er den Deckel vom Tablett und präsentierte mir, den gegrillten Fisch mit Dillkartoffeln, Speckbohnen und einem grünem Salat. Kurz mal leid getan, hat mir der Fisch auf jeden Fall den Wunsch auf Stillung meines Hungers erfüllt. Das nächst Mal muss ich aber doch besser aufpassen und mir die Hausnummer merken.


Unvorstellbarer Vandalenakt an Mutter Natur

Wie uns gerade der Land- und Forstwirt Alois BLUMENSTENGEL berichtete, ereignete sich in den Nachtstunden ein Zerstörungsakt unermesslichen Ausmaßes auf Teilen seines Besitzes. Bei der Größe der Verwüstung muss es sich um mehrere Täter gehandelt haben, da ein Feld mit reifen Weizen fast zur Gänze niedergetrampelt wurde und auch im angrenzenden Wald eine beachtliche Anzahl von Bäumen und Sträuchern diesen Vandalen zum Opfer fielen. Das besonders Verwerfliche an dieser Tat ist die Tatsache, dass gleich in der Nähe ein ungefähr zwei Meter breiter Forstweg vom Rande des Waldes bis zu seinem Fischteich führt. Der Schaden beträgt nach vorläufiger Schätzung ca. 70.000,- €. Um dringliche Hinweise aus der Bevölkerung wird ersucht. Wir danken für ihre Mitarbeit.

HP.Hurtig (Sensationsreporter beim weltberühmten Zeitungsblatt „Der Clospüler“)