Auf die Berg geh ich gern und auch wieder runter
Teil 19
Auf die Berg geh ich gern und auch wieder runter
Wie hatte ich diesen Urlaub ersehnt, darauf gewartet, ihn erfleht, Kalendertage gezählt, Stunden geschunden und Sekunden geschoben, bis ich es geschafft und die letzten acht Tage hinter der Tür verbracht hatte, um ja nur der Erste zu sein, der mein Büro verlässt.
Die Akten zum Fall „Die Aschenkreise“ hatte ich in meine geheime Mappe gegeben, die dann in meine geheime Tasche, die ich dann in meinen geheimen Koffer gelegt habe. Der wiederum wurde in einen noch größeren Koffer gesteckt und in meinen Safe gelegt, den ich wiederum in mein Bankschließfach getan habe. Noch den Schlüssel umgedreht, den Kasten davor und vier schwerbewaffnete Wächter hinzu. Und ganz unauffällig verhalten, damit keiner etwas bemerkt. Ich will ja nicht von mir behaupten, dass ich urlaubsreif war, aber ja. Frei und ich, HP.Hurtig und du, ja wir hatten uns den Urlaub redlich verdient.
Aber das konnte ein wenig schwierig werden, nicht so recht gut gehen, denn außer mir, war natürlich auch HP.Hurtig mit an Bord und der konnte gemäß seines Berufes nirgends seine Nase heraus halten. Überall vermutete er Intrigen und ganz gewaltige Verschwörungen. Unter jeden Stein kroch er, hinter jeder Ecke hockte und lauerte er und auch hinter dem starken Gewitter vermutete er eine Verschwörung gegen uns. Wir wollten es uns eigentlich gut gehen lassen und so hatte ich beschlossen, dass wir aufeinander total Rücksicht nehmen. So ließ ich jeden Tag die Münze entscheiden und ließ ihn immer gewinnen.
Am ersten Tag war durchs Bachbett gehen dran, wobei ich im Handstand rüber bin, um nur ja nicht meine neuen „I like it“ Turnschuhe nass zu machen. Ich dachte schon, ich würde den 12 Liter Wasser nicht ganz Herr werden, aber dann habe ich es doch geschafft. Das hat mir zwar die ganze Wochen ein wenig im Bauch gelegen, aber mit ein wenig Essen schaffte ich es wieder, den Inhalt trocken zu legen. Und dann die Wanderungen auf die Berge, jeden Tag ein wenig weiter rauf. Mit ganzen drei Metern Höhenunterschied haben wir begonnen und uns zu wahren Höchstleistungen gesteigert, die Welt von unten erobert und nach oben gestürmt. Das war was, ich fühlte mich frei, wie Reinhold Messer, Luis Trinker, Thomas Babendorfer und dem Yeti zugleich.
Und Fälle haben wir auch massenhaft gelöst. Meistens mit dem Hintern. Ein Stein kann so gemein sein, meist ganz klein sein, aber auch ganz schön groß. Erst ist er vor dir, dann ist er hinter dir und ist er auf dir, bleibst du dann liegen hier. Und jetzt weiß ich auch, wozu jodeln gut ist. Damit die Bergrettung weiß, wo sie nach dir graben muss. Lauter nette Menschen, großartige Jungs, aber ich habe sie dann doch nicht benötigt. Denn Vorsicht ist die Großmutter des Porzellans und mit Superkleber werde ich die Vase kitten und darum bin ich jedem kleinem Stein ausgewichen, um nur ja nicht in Versuchung zu kommen unter einer Steinlawine zum Liegen zu kommen.
Auch HP.Hurtig konnte seinen Erfolg verbuchen. Er hat die Kuh gefunden, die ihm diesen Fladen vor die Füße gelegt hat, aus dem ich ihn dann rausziehen musste und ihr kräftig die Leviten gelesen. Damit verging der Urlaub wie im Flug, mit diesen Erlebnissen, noch ein wenig mehr Essen und trinken und wenn ich weiß, wo ich meinen Schlüssel versteckt habe und mir wieder das Losungswort einfällt, dass ich den Wächtern genannt habe, dann kann ich auch sicher wieder gestärkt an meinen Fall gehen und versuchen, diesen zu lösen.
