Skandal wohin man schaut

Teil 18

Skandal wohin man schaut und das war knapp

Das kann man doch nicht machen, nicht mit mir. Nach all den Gefahren, die ich bis jetzt bewältigt habe, nach all meinen Kämpfen, um in die Ruhmeshalle einzugehen, mir den Lorbeerkranz anzustecken, die Flamme des Olymp zu besteigen, den Triumphbogen zu Fall zu bringen, jetzt das. Die Sonne brennt vom Himmel heiß, kein Wasser weit und breit und ich glaube schon, ich fantasiere und kollabiere. Wo soll mich das nur hinführen, das können sie sich mit anderen erlauben, nicht mit mir. Mir ein solches Fahrzeug zuzumuten. Und dann noch mit leeren Tank.
Seid Stunden schleppe ich nun schon dieses Etwas mit mir herum und darf es auf keine Fall verlieren, weil die setzen es mir doch sicher auf meine Rechnung. In diesem dichten Dickicht durch den Wald, über Stock und Stein habe ich offensichtlich nicht die Orientierung verloren. Vielleicht weiß ich nur nicht, wo ich bin, auf jeden Fall glaube ich, ich folge schon wieder meinen Spuren. Die Letzten, die ich hinterher gehetzt bin, waren zwar von einem Bären, aber außer ein paar Kratzer in meinem Gesicht hat dieser nicht mehr abbekommen.
Ich konnte mich sofort zur Flucht überreden lassen, was im Gedränge der Höhle gar nicht so leicht war und da der Riese sicher ein halben Meter groß war, fiel ich über ihn und dabei dürfte er mich verloren haben. So gelang der triumphale Rückzug und mit ein bisschen Schminke werde ich die Spuren des Kampfes beseitigen können. So wanke ich nun weiter durch den Wald, bis mir ein Pilz ein Bein stellt, es einfach wegzieht, ich glaube, es war der rechte Fuß. Und jetzt spricht dieser Winzling auch noch mit mir.
Diesen Weg gerade aus kaum hundert Meter und du kannst den Wald verlassen. Ein Versuch ist es allemal wert und so stemme ich mich hoch und laufe geradewegs in die Arme einer Menschenmenge. Alle sind sehr freundlich zu mir, nehmen mir das Fahrzeug ab und klatschen mir dankbar und zufrieden auf meine Schulter. Man reicht mir etwas zu trinken und auch eine Wurstsemmel bekomme ich in die Hand. Und immer wieder anerkennende Worte, wie, er hat sie erwischt.
Ich weiß zwar nicht von was sie reden, aber sie sind freundlich zu mir. Dann heben sie mich hoch, tragen mich zurück und immer wieder Blicke, die mir einfach sagen „Danke“. Sie tragen mich nach Hause, legen mich auf mein Bett und lassen mich schlafen. Vorerst einmal habe ich genug, dass war alles ein wenig viel für mich. Darum habe ich um einen zweiwöchigen Urlaub angesucht und musste mich mit mickrigen 14 Tage zufrieden geben. Aber FREI kommt zurück, noch um vieles stärker als zuvor, das verspreche ich.


Zwei verschiedene Artikeln und doch ein Fall?

Fall 1: Zu dem Artikel „Skandal! Die Diebe werden immer unverschämter“, den wir ihnen in der gestrigen Ausgabe exklusiv berichten durften, wo dem 3jährigen Sven Olaf TRITTNUNFEST am frühen Nachmittag sein geliebtes Kinderspielzeug entwendet wurde, können wir ihnen erfreuliches berichten. Wie wir gerade erfahren haben, hat der Held FREI in einem unwahrscheinlich harten Kampf im Wald die Diebe in die Flucht geschlagen und das Spielzeug für das Kind gerettet. Außer ein paar Kratzer im Gesicht blieb er unverletzt.
Fall 2: Noch immer wird nach dem Besitzer des dunkelgrauen AUDI A8 gefahndet, der sein Fahrzeug gesetzeswidrig und gedankenlos auf der Grünfläche, hinter der großen Hecke des Hauses 48 abgestellt hat. Dieses befindet sich in der Nähe des Tatortes, worauf ein Zusammenhang der genannten Vorfälle nicht ausgeschlossen werden kann. In beiden Fällen hat die Polizei mit einem hartem Vorgehen und möglichst hohen Strafen gedroht.

Ihr HP.Hurtig (Sensationsreporter beim Tagblatt „Der Clospüler“)