Endlich wieder trockenen Boden unter den Füßen
Teil 15
Endlich wieder trockenen Boden unter den Füßen
Das sind ganz nette Leute, meine Helfer. Haben nur ein wenig zu früh eingegriffen. Als Held wäre mir sicher noch etwas ganz Originelles, Geniales und nicht Überbietbares eingefallen, um mich selbst zu retten. Passiert doch immer in letzter Sekunde, dass weiß man doch. Und dann diese Muschel als Unterschlupf zu nützen, ist einfach toll. Ein wenig unhöflich ist sie zwar, sie wollte absolut nichts davon wissen, mir dieses winzig kleine, mannshohe Perlchen als Andenken zu überlassen.
Da ich aber jetzt doch einigermaßen bei Kräften bin, nach den wirklich nur ganz kleinen Häppchen, schlüpfe ich wieder in meine Verkleidung als FREI. Muss wohl ein wenig eingegangen sein von dem vielem Wasser. Aber ich dränge mich rein. Ahhh geschafft und nun ganz flach und vorsichtig atmen. Jetzt bloß keine Blöße geben, den Katarina, mein Rettungsengel meint, dass ich ein wenig blass aussehe. Kein Wunder bei der wenigen Luft hier unten. Beide besteigen wir eine Kapsel, die uns nach oben trägt. Dort wartet schon ein Flugzeug auf mich, dabei hatte ich mich schon darauf eingestellt, ganz locker nach Hause zu kraulen, abwechselnd Rücken und Brust diese 1500 Seemeilen bis zum Festland. Nach unten wären es ein wenig weniger gewesen, aber in diese Richtung wollte ich ja nicht. Na gut, wenn ihr unbedingt darauf besteht, steig ich halt rein in das Ding.
Doch was ist das für ein Laut, als ich mich hochziehe. War das etwa Stoff und was macht das große Loch da zwischen meinen Beinen? Habt ihr Nähzeug hier an Bord, hab da noch eine Kleinigkeit zu erledigen. Nein, aber einen neuen Dress aus Stretch zwei Nummern größer. Wollt ihr mich beleidigen und behaupten, ich hätte an Gewicht zugelegt. Der Dress ist mir sicher viel zu groß, sieht her. Ich schlüpfe rein und er passt wie angegossen. Die nächsten zwei Wochen gibt es nur noch ungesüßten Tee und Salatplatte. Werde doch diesen lächerlichen Kampf gegen mein Gewicht nicht verlieren. Bin schon mit anderen Problemen fertig geworden, habe Heldentaten vollbracht und mich auch vor einer riesigen Spritze nicht gefürchtet. Auch dann nicht, als mich sechs Leute festgehalten haben, bis es vorbei war. Lächerlich, seht her wie ich einen ganzen Klimmzug mit nur einer Hand mache ganz ohne Unterstützung. So ihr könnt jetzt loslassen, runter geht es von alleine.
Und nun bringt mich gefälligst sofort an Land. Ich habe einen wichtigen Auftrag zu erfüllen, muss meine Welt retten und die der anderen und nach den Aschenkreisen muss ich forschen. Werde sie finden, sie binden, sie vom Fluch befreien, denn das ist mein Schicksal. Aber vorher werde ich noch vor dem Spiegel meine Muskeln testen. He, warum seht ihr so auf mich herab. Habt ihr keinen hier. Da ist doch einer. Aber warum schaut mir aus ihm eine gar hässliche Kröte entgegen. Werde ihr meine Zunge zeigen. So eine Gemeinheit, sie zeigt sie mir auch. Unhöflich geht die Welt zu Grunde. Oder bin das etwa ich, schau noch einmal hin, sei jetzt bloß kein Frosch. Alles, nur nicht das, denn ich kann Fliegen um die Burg nicht ausstehen.
