Die wundersame Rettung

Teil 14

Die wundersame Rettung und ein Dach über den Kopf

Man hatte mich in eine Kapsel gehoben, die an einem Riesentier hing. Wohin würde man mich bringen oder leide ich schon unter Wahnvorstellungen, war noch hier an diesem Ort und sah mir selber zu, wie ich das wenig Meer leer trinke? Ist das alles nur ein Traum und bin ich in den Alpen, aber wo bleibt Heidi und der Gänsepeter, der heuer Ziegen hütet? Und was ist das? Ein Mann mit Bart versucht verzweifelt mich andauernd auf den Mund zu küssen, aber ich bleibe standhaft.
Plötzlich kommt eine hagere Gestalt auf mich zu. Um die Schultern trägt sie einen langen, weiten, schwarzen Mantel und eine Sense hält sie in ihrer Hand. Ist das der Großvater, doch weit und breit ist nichts zu mähen. Er hat wohl ein wenig übertrieben in letzter Zeit, der gute alte Mann. Aber warum stellt er sich zu mir, Rücken an Rücken. Spielen wir „High Noon“, dabei ist es doch noch gar nicht Mittag. Etwas Kaltes greift nach mir und ein Hauch von faulem Fisch liegt in der Luft. Hält wohl überhaupt nichts von Mundhygiene. Seine knochigen Finger berühren mich und aus seinem totenkopfähnlichen Schädel flüstert es leise.
„So, das dürfte wohl jetzt das letzte Wasser gewesen sein.“ Und dann versucht mich wieder dieser Bart zu küssen. Da war mir doch der alte Mann noch lieber, bei dem hatte ich keine einzige Kussszene. Und wieder Filmriss, von der Rolle gesprungen oder liegt es am Projektor. Langsam öffne ich die Augen. Ich liege auf einem Bett unter einer Schafwolldecke, die mich wärmt. Und ich bin, oohhh was für ein Skandal im Sperrbezirk, ich bin vollkommen nackig. Zensur, Stopp, Cut, Filmschnitt, Szene aus und alle Kinder unter 16 Jahren verlassen den Raum. Und die anderen sofort umdrehen, Hand vor das Gesicht und ja nicht blinzeln. Das darf doch nicht wahr sein. Diese Folge ist jugendfrei und keiner außer meiner Mutter bei der Geburt, der Arzt meines Vertrauens und meine geliebte Dusche habe mich bis jetzt nackt gesehen.
Schämt euch, rückt sofort alle eure Kameras raus, Chip löschen, Filme zerstören. Sonst ziehe ich andere Seiten auf und mich erst einmal an. Doch wer ist diese Frau mit den langen goldenen Haaren und dem Engelsgesicht und dieser umwerfenden Figur. Gut das ich schon gelegen bin. Sie steht vor mir und sieht mich an und sofort, nachdem ich meine Lippen zu einem Kuss verengt habe, steckt sie mir ihren Fieberthermometer rein. Ich höre sie noch sagen, dass man mich zur großen Muschel gebracht habe und ich gerettet sei. Und dieser riesige Gummiball in der Mitte ist dann wohl die Perle. So ein Blödsinn. Jeden Moment schwimmt Arielle rein, und ich darf drei Aufgaben lösen. Wenn ich diese dann erfüllt habe, muss ich sie ehelichen.
Ein bisschen viel für diesen Tag. Ich werde am besten noch ein wenig schlafen und Heldentaten vollbringen, wie die Unterwelt verfliesen, den Stall von Baby Schwein ausmisten, auf den Mount Everest einen Fahrstuhl bauen, den Marianengraben ohne Pressluft durch tauchen und diese Perle dort verkaufen, um mir endlich wieder eine Kleinigkeit zum Essen gönnen zu können, wirklich nur einen ganz kleinen Imbiss. „Herr Ober, ich möchte bestellen. Bringen sie mir bitte doch zuerst einmal das 12gängige Menü als Vorspeise.“