Wird die Sonne für mich scheinen
Teil 13
Wird die Sonne für mich scheinen und ist meine Kleidung noch zu retten?
Ich bin wieder da oder leider noch immer. Ist es nun eine kurze Ewigkeit oder sind es gar Sekunden. Zwischendurch schwinden meine Sinne, ich war da, dann wieder weg und dann da und schon wieder weg und dann doch noch da. Wäre es Bier, in dem ich treibe, wäre es noch einigermaßen erträglich. Bier soll doch schön kalt sein. Oder vielleicht in Geld schwimmen und ihr könntet mich MC DONALD nennen, aber es ist Wasser, soviel habe ich schon gekostet.
Eigentlich habe ich keinen Durst, darum weigere ich mich jetzt standhaft noch mehr davon zu schlucken und Lust zum Schlafen habe ich auch keine. Das Wasserbett scheint undicht zu sein. Und jetzt kitzelt es auch noch in meiner Nase, aber ist Salzwasser das richtige Mittel, um das abzustellen. Da meine Angreifer geglaubt haben, ich sei so dick, was eine absolute Frechheit ist, haben sie mich zwar gefesselt, aber den Rettungsreifen unter den sechs Schichten Kleidung nicht entdeckt. Der ist jetzt sehr hilfreich, aber da ich gefesselt bin, kann ich nicht in meinem Notizbuch blättern und auch nichts vermerken, denn wenn ich das hier überlebe, nehme ich sofort ein paar Gramm ab.
Aber jetzt ganz ruhig den Versuch starten, um mich zu erinnern und zu besinnen, meinen Geist zu sammeln, die Gedanken zu orten. Wo ist nur meine zweite Gehirnzelle, damit sie sich mit der ersten beraten kann. Vielleicht geht es ja auch ohne sie. Eine kurze Drehung und ich habe noch nie so viel Wasser unter meinem Kopf gesehen. Und können Füße atmen, wenn ich mich darauf konzentriere? Zuerst sehe ich mich hier um, wann sieht man das Meer schon einmal kopfüber. Wenn da bloß nicht so wenig Luft wäre. Bei HOUDINI sah das alles viel einfacher aus. Angst, Panik und Furcht kenne ich nicht und ich mach mir auch nicht ins Höschen. Meinen Rekord von ca. zwanzig Sekunden Luft anhalten und das freihändig, Kopf unter, mit Nase zuhalten im 1 Meter Becken hab ich sicher bald eingestellt.
Aber wie werde ich jetzt nur mit all diesen Problemen fertig und wer wird mir meine kaputte Kleidung ersetzen. Und was war das bloß, was da auf mich heran schwamm. Ein riesiges Etwas, vielleicht ein Hai oder das Nessi Ungeheuer vom Loch, ein gewaltig großer Eisbär, ein Schwarm Piranhas oder doch was Gefährliches. War Panik, Angst und Furcht jetzt angebracht. Ich konnte das nicht mehr richtig beurteilen, soviel Luft war nicht mehr da und mein Rekord aufgebraucht.
Das Letzte, was ich zu spüren bekam, war dass sich jemand an meinen Lederschuhen zu schaffen machte. Wollte man sie mir klauen oder nur mein rechtes Schuhband binden? Und können Untiere das überhaupt oder hatte ich es hier mit einem Schuhfetischisten zu tun? Ein Film lief vor meinen Augen ab. Nur war es nicht mein Leben, wer hat da die falsche Rolle eingelegt? Dann war da gar kein Gedanke mehr in mir, Filmriss, Ohnmacht und nur noch Finsternis. Und ein Gefühl, als würde ich jetzt hoch gehoben.
