Endlich wieder unterwegs

Teil 12

Endlich wieder unterwegs auf des Rätsels Spur hinein ins ewige Eis

Voller Tatendrang begebe ich mich in ein neues Abenteuer, hoffnungsvoll und siegessicher, ohne Rücksicht auf Verluste, und das von meinem Chef massenhaft überwiesene Geld hat überhaupt keine Rolle gespielt, da solltet ihr mich schon besser kennen. Im Kampf gegen die Urgewalten der Natur, auf den Spuren des Geheimnisses „Der Aschenkreise“ führte mich mein Weg geradewegs, die paar Biere und den Eimer Schnaps und die zwei blauen Nächte nicht mitgerechnet, direkt ohne Umwege auf dieses Schiff.
Ein sehr vertrauenswürdiger, lieber Informant mit einem Totenkopf auf der Brust und zwei langen Narben im Gesicht, einem Holzbein und einem Eisenhaken als linke Hand, hatte es mir ganz so nebenbei bei der Trinkerei anvertraut. Wie schon so oft fiel mir ein blendender Gedanke vom Kopf, riss mich aus meinen Träumen und hat mir diesen Funken beschert. Ich schiffte mich als blinder Passagier auf diesem Kahn ein, aber das hat keiner bemerkt. Damit ersparte ich mir das von meinem Chef noch extra ausgehandelte Reisegeld, das ich sofort selbstlos in Nahrungsmittel anlegte.
Momentan bin ich auf der Suche nach dem netten Mann, der meine Beschwerde entgegen genommen hat und sofort dieses grauenhafte Schaukeln und Wippen abgestellt hat, um mich bei ihm zu bedanken. Ab jetzt bin ich seetüchtig und meersüchtig, ein Pirat auf hoher See, ein sogenannter Seemann. Und einen, den sie alle mit Spitznamen „Kapitän“ nennen werde ich am Nordkap treffen, so hatte es mir mein Informant versprochen. Mit Sicherheit bis an den Grenzen wird dieser mir den Weg weisen, den Kurs nennen, meinen Wegweiser spielen, mein Hinweisschild beschriften. Unter dem Deckmantel des Schweigens wird er mir zeigen, wie man schweigt oder wo es lang geht. Dann kann mich nichts mehr halten um das Rätsel zu jagen und allen die Augen zu schließen und für die Gefahren wieder zu öffnen, um zu zeigen wie ich sie dorthin gebracht habe und werde.
Unter meinem schwarzen Anzug, der mir als Tarnung dient, trage ich einen weißen Anzug für das Abendessen und darunter den Dress von FREI. Darunter habe ich dicke Baumwollwäsche an, mir soll ja nicht kalt werden und darunter einen Taucheranzug für alle Fälle. Dazu trage ich noch meinen schicken Pyjama und einen schon aufgeblasenen Rettungsreifen, falls ich mal ins Wasser falle. Natürlich benötige ich immer wieder einige Sekunden, bis ich die richtige Kleidung trage. Gerade vorhin brauchte ich kaum 48 Minuten dazu, aber ich bin überzeugt es auch in 46 zu schaffen. Schön langsam schnell sollte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt machen, aber als was soll ich gehe, als HP.HURTIG oder als FREI oder vielleicht doch als Beide? Aber wiederum unterbrechen Fragen meine Gedanken:

* Was wird mir die Zukunft bringen?
* Wird man mich hier an Bord entdecken?
* Wird man meine Identität aufdecken?
* Kann ich meine Verfolger abschütteln?
* Kann ich gegen 15 Gegner gleichzeitig kämpfen oder reicht der eine Große da?
* Wie weit kommt man gefesselt in einem Boot?
* Nennt man das Leck, Loch oder Öffnung, wo Wasser reinkommt?
* Wie bleibt man oben, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht?
* In welcher Sprache ruft man nun um Hilfe, wenn man in Gefahr ist?
* Warum heißt das Muttersprache und nicht Vater?

Ach, ist doch egal. Hilfe, Hilfeee, Hilfffeeee. Help me, SOS.