Nimmt man mir den Engel ab

Teil 11

Nimmt man mir den Engel ab und des Hasens Glück

Ich habe gerade das Buch „Die Leviten“ bekommen, eine hochinteressante und spannende Lektüre. Strotzt nur so vor Überzeugungskraft, besonders nachdem mich vom Chef bis zur Putzfrau abwärts alle vom Inhalt überzeugt haben. Seit diesem Moment sitze ich wieder neben meiner alten Schreibmaschine und arbeite weiter an der heißen Story „Die Aschenkreise“. Neben und nicht vor, den ich versuche krampfhaft den Faden zu lösen, Andorras Büchse zu schließen, die Blockade zu beenden.
Derzeit geht es mir wie der Titanic nach dem Untergang, dem Zeppelin nach dem Brand, dem Ritter im Sturm und Regen in der vollen Rüstung und nicht nur vom Wasser und der Frage: "Trifft mich der nächste Blitz?". Mir fällt nichts mehr ein, nicht mal mehr mein eigener Name. Auch wenn ich noch so verzweifelt versuche meine grauen Zellen zu motivieren, hinter dem Gitter hervorzuholen, die weißen Nebel und die schwarzen Balken vor den Augen werden nicht weniger. HP.HURTIG ist am Ende, FREI ist kein Held mehr.
Ich habe mir Filzpantoffel gekauft und einen Flachbildschirmfernseher Marke „RIESENGROSS“, zwei Kisten Bier, jede Menge Chips und Cola, dabei mag ich gar kein Cola. Was ich vermutet habe, tritt ein. Ein Herr EM steht vor der Tür, aber soll ich ihn überhaupt herein lassen. Vielleicht geht er dann nicht mehr.
Doch kann ich hier stoppen, den Anfang nicht beenden, das Drama nicht beginnen, tausende Leser glücklich machen oder die Wenigen enttäuschen, die zu mir stehen und halten. Und sagte ein berühmter Held nicht mal, das „Sag niemals nie“, nie nicht nie nie ist sondern nie nie nicht?. Unendlich schnell und langsam steigt ein Verdacht in mir empor wie Phönix , es war die Asche.
Dem Geheimnis auf der Spur, dem Rätsel zu nahe hat man mir mein Gehirn benebelt und mich verstört, in ihre Bahn gezogen, mich in Voodoo zauber gelegt, meine Puppe bestochen, mit „Sex, Gummibärli und Orangensaft“ getäuscht. Liegt die Antwort im unendlichen Weltall, jenseits von Gut und Böse, auf der Milchstraße oder in Nachbars Garten. Werde ich in schwarze Löcher klettern oder in die finstere Kanalisation steigen? Wird mir ein Drache mein Abendessen streitig machen, ein Elefant auf die Zehe steigen, mich Höllenhunde aus der Höhle weisen, mein Chef mir mein Gehalt kürzen oder wird mein größtes Problem sein, dass ich mein Zimmer nicht aufgeräumt habe?
Plötzlich sind wieder wirre Gedanken in meinem Kopf. Wenn schon denn schon, Hauptsache ist wenigstens welche. FREI ist wieder da, FREI will kämpfen, FREI will nach Hause und HP.HURTIG wird wieder darüber berichten. Damit ihr seht, dass ich die Wahrheit sage, FREI hat sich eine neue Verkleidung zugelegt und HP.HURTIG einen neuen Bleistiftspitzer.


Die wahre Story

Nach jetzt endgültig unbestätigten, wahrheitsbezogenen Informationsmeldungen hat Hr. HASE, obwohl acht Jäger ca. 38-mal genau auf ihn geschossen haben, weder einen Herzinfarkt, auch keine Altersschwäche und schon gar keine Kugel abbekommen. Es gab Fischstäbchen und massenweise Zielwasser zum Abendessen.